The never ending Brexit?

Oh, wie ich sie hasse, diese exaltierten Briten, die zwar dringend aus der EU austreten wollen, aber keine Ahnung haben wie und wann und warum. Und wieso sie dafür auch noch Geld bezahlen sollen. Schließlich haben sie seit ihrem Eintritt stets die hohe Kunst der Rosinenpickerei praktiziert und sich darin geübt, bis nahe an die Grenze zur Perfektion!

Selbstverständlich bin ich ein geradezu militanter Verfechter der Europäischen Union und der ungezählten Freiheiten, die sie mit sich gebracht hat. Der Verzicht auf das Vorzeigen des Reisepasses beim Grenzübertritt innerhalb der EU zum Beispiel. Es sei denn, die Grenzen werden aus wichtigem Grunde dennoch kontrolliert. Zwischen Bayern und Österreich, oder an der österreichsich-ungarischen Grenze, oder wo auch immer noch die Möglichkeit besteht, dass zwei oder drei Flüchtlinge illegal die Grenze zwischen verdienter Armut und unverdientem Reichtum, oder dem bequemen Platz in der sozialen Hängematte überschreiten könnten. Dabei grenzt es ja schon an Unverschämtheit, wenn sie nicht einfach im Mittelmeer ertrinken wollen, wie das die Politik so trefflich geplant und als Abschreckung vorgesehen hat.

Dabei schweife ich mal wieder vom eigentlichen Thema ab. Die Engländer, und ich meine nicht den Schraubenschlüssel, sondern die vornehmen Briten, die sich schon immer gern in der Rolle des missbrauchten und ungeliebten EU-Kindes sahen, beschließen zunächst – offenbar gegen den erklärten Willen der Mehrheit – den Austritt aus der EU und kein Mensch, wirklich niemand, am allerwenigsten die Politiker, die sich für diesen Austritt stark gemacht hatten, hat eine Ahnung, wie das vonstatten gehen soll. Natürlich sollen die Bindungen sofort gekappt werden. Es soll auch nichts kosten, denn die Briten wollen nicht genau jetzt, wo sie die Fliege machen wollen, anfangen in die Kassen der EU einzuzahlen, nachdem es ihnen jahrzehntelang gelungen war, mehr aus den Fleischtöpfen heruas zu ziehen, als sie hinein getan hatten. Denn bekanntermaßen war es stets ihr eifrigstes Streben gewesen, ihren eigenen Sonderweg, den british way, zu gehen, um nur ja nicht ihre Souveränität an die bürokratische Monsterkrake in Brüssel abzugeben.

Jetzt, wo es soweit ist, wollen sie weder Nachteile bei der Zollunion, aus der sie natürlich sofort austreten wollen, in Kauf nehmen und auch sonst am liebsten im gemeinsamen Markt bleiben, weil das für die eigene Wirtschaft womöglich den ein oder anderen Nachteil haben könnte. Nee, man will schon auch weiter die Vorteile genießen, aber die Nachteile vermeiden. Man möchte gern weiter zollfrei Waren in die EU liefern können, aber die Einfuhr europäischer Waren, besonders wenn sie von besserer Qualität sind als die britischen Produkte, dauerhaft vermhindern. Aber die EU-Außengrenze, die mit dem Brexit zwischen der Republik Irland und dem zu Großbritannien gehörenden Nordirland entstehen würde, möchte man sich auch nicht abfinden.

Während man in Europa nicht den Hauch einer Ahnung hat, was die Briten überhaupt wollen, fetzen sich die Politiker in London wie die Kesselflicker. Allen voran die scheinheilige bleierne Lady, die auf eine ganz bemerkenswerte Weise besonders viel redet, ohne auch nur irgend etwas Substanzielles von sich zu geben. Darin steht sie den anderen Politikern, gleich welcher Parteizugehörigkeit aber in nichts nach. Man ist sich weder einig darüber ob man nun wirklich die EU verlassen will, noch wann, oder gar wie? Die bislang noch immer ungeklärten Umstände, die den geregelten Austritt zum 29. März 2019 unmöglich zu machen scheinen, lassen die Vermutung zu, dass das gesamte britische Nichtestablishment aus der rechten und populistischen Ecke Scheinpartiotischer Vollidioten überhaupt kein Interesse daran hat, einen geregelten Brexit anzustreben. Dabei macht sich die ungute Theresa May zur willigen Handlungsgehilfin dieser antieuropäischen Strömungen, obgleich sie sich selbst gelegentlich als eine Befürworterin Europas darzustelle beliebt, die nur nicht anders kann, weil das britische Volk nun mal so entschieden habe.

Wie wir alle wissen, ist auch das eine dreiste Lüge. Die Abstimmung um den Brexit war beeinflusst von außen. Massive bezahlte An- und Eingriffe aus dem Netz, vorwiegend aus der rechten, konservativen Ecke und auch aus dem Ausland (den USA zum Beispiel, wo immer noch Donald Trump sein Unwesen treibt, oder aus Rußand, dass wie in den scheinbar weit entfernten Zeiten des kalten Krieges versucht einen Keil in zwischen die Mitglieder der EU zu treiben, vielleicht sogar das ein oder andere Mitglied heraus zu brechen!). Wir werden diese denkwürdige Entwicklung weiter mit großer Aufmerksamkeit beobachten und uns darüber wundern! Über die zunehmende Politikverdrossenheit und die Gründe dafür, wundern wir uns schon lange nicht mehr.

weiterführende Links:

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s