Die „Erneuerung“ der SPD

In eben dem Moment, als ich diese Headline geschrieben habe, fuhr mir folgender Gedanke durch den Kopf – wie kann sich eine Partei der Wirtschaftsprostitution, und nichts anderes ist die SPD, „erneuern“? Ich meine, das wäre so, als würde eine Nutte, die sich jedem zahlungswilligen Freier vor die Flinte geschmissen hat und die Beine zum Himmel streckte, plötzlich wieder zur Jungfrau, bloß weil sie erkannt hat, dass ihre Vergangenheit vielleicht nicht ganz so vorbildlich gewesen ist, wie sie sich das gerne vorgestellt? Wie kann eine Partei, deren einstiger Chef sich dadurch hervor getan hat, dass er sich gern und vollmundig als den „Genossen der Bosse“ rühmte und auf dessen Betreiben die Agenda 2010 mit ihrem Hartz-IV-Unwesen zurück geht, von heute auf Morgen die Richtung wechseln und auf einmal wieder soziale Themen zur Diskussionswürdigkeit erheben? Mal abgesehen davon, dass da ein ganz lein wenig die Glaubwürdigkeit flöten gegangen sein könnte in den letzten dreißig Jahren wirtschaftsfreundlicher (ja sogar wirtschaftshöriger Politik)? Menschen, die zur Linken geflüchtet sind, weil ihnen soziale Themen am Herzen liegen, oder solche, die sich in der AfD an die Hühnerbrust von Gauleiter Gauland geworfen haben, weil sie sich in der einstigen Arbeiterpartei nicht mehr repräsentiert gefühlt hatten und dieser dann einen „Denkzettel“ zu verpassen gedachten?

Es muss sich einem nicht wirklich erschließen, warum ausgerechnet ein Kreuz bei den Idioten von der AfD eine SPD zum Nachdenken bringen sollte und sie von ihrem marktradikalen neoliberalen Kurs abbringen sollte, wieder hin zu einer sozialdemokratischen Politik. Das funktioniert vielleicht bei CDU und CSU, hat allerdings zur Folge, dass die Union die Positionen der AfD übernimmt, um diese aus den Parlamenten zu verdrängen. Wer´s glaubt, wird selig!

Da steht sie nun die gute alte Tante SPD und Verzweiflung zerfurcht ihr verhärmtes Gesicht. Ihr Führungspersonal heult vor Grauen wie eine Horde Wölfe bei dem Gedanken, die Sozialdemokraten könnten sich von der vermeintlichen Mitte der Gesellschaft auch nur eine Spur nach links bewegen. Also beginnt man sich wieder einaml gegenseitig zu zerfetzen und Vorhaltungen zu machen. Keiner weiß, wie man den rapiden Verfall der Umfragewerte aufhalten kann. Man hat zwar eine Ahnung davon, dass es die bishereige Politik gewesen sein könnte, aber man will es einfach nicht glauben. Wer sich in der sozialdemokratischen Partei der Wirtschaftsversteher eingerichtet hat und mit seinem fetten Arsch in irgend einem bequemen ledernen Gestühl untergekommen ist, um dort ebenso fette Cohibas zu paffen, dem fällt es sicher leicht über die Schicksale ungezählter Arbeitsloser und Hartzer zu urteilen (und zwar von oben herab) und ihnen sein „fördern-und-fordern-Credo“ zu predigen! Mein Vater pflegte immer zu sagen „Mit volle Hosen ist gut stinken!“ und er hat recht behalten, wie immer!

Der SPD nimmt kaum ein Arbeiter oder Angestellter ihr soziales Engagement mehr ab. Es kann morgen schon wieder vorbei sein. Spätestens nach der nächsten Wahl, wenn Lobbyisten und Arschkriecher wieder Einzug in die Abgeordnetenbüros gehalten haben. Aber, wenn ihr der SPD einen Denkzettel verpassen wollt, dann solltet ihr nicht bei der AfD ein Kreuzchen machen, oder vielleicht bei den Grünen, sondern bei der Linken. Dann und nur dann, wird allen anderen Parteien der Arsch mit Grundeis gehen und das Denken darüber angeregt, ob es nicht doch sinnvoll wäre, ein ganz klein weniger sozial zu werden!

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