Was war denn noch? Ach ja, Wahlen…

…und die hatten es in sich, könnte man sagen. Nicht nur die Union hat einen Schlag in die Fresse bekommen und 8% eingebüßt, nö, auch die SPD musste deutlich Federn lassen und wurde – sozusagen – geteert und gefedert, ach nein, eher gerupft. Minus 5% sind aber auch schon mal ein Wort und, gestattet mir trotz aller berechtigter Wut die Bemerkung:“Ich hab´s Euch gleich gesagt!“ Und da sind sie nun, die zwanzig Prozent, die keiner wahr haben wollte, selbst als der „Retter“ Maddin Schulz aus dem Hut gezaubert wurde. Aber der hat gleich nach der Wahl verkündet, die SPD in die Opposition führen und erneuern zu wollen, was Muddi irgendwie nicht wahrhaben will.

Wie die Erneuerung aussehen wird, kann man sich an allen zwölf Fingern abzählen, wenn ausgerechnet Andrea Nahles Fraktionsvorsitzende werden soll. Es scheint ganz so, als habe Merkel´s Angela nicht nur die Union ausgeblutet, sondern gleich auch noch die SPD mit. Aber am schlimmsten, und ich sage das mit unverhohlener Schadenfreude in der Stimme, hat es aber den guten Onkel Seehofer in Bayern getroffen. Der bekam nämlich neben dem Schlag in die Fresse, noch einen Tritt in die Eier hinterher verabreicht. Ein solches Debakel sürfte nicht leicht zu verschmerzen sein. mehr als 11% minus? Das muss man dem friedhofsblonden aus München erst einmal nachmachen. Die Union und die SPD haben die schlechtesten Wahlergebnisse seit 1949 errungen (kann man das so sagen? Obwohl, ja, denn man muss den Eindruck gewinnen, dass sie sich genau darum bemüht haben!).

Dafür hat aber die AfD gewonnen. Das muss man einfach so sehen. Wahrscheinlich sind viele Stimmen für die Affen für Deutschland Proteststimmen gewesen. Betrachtet man nun aber den feixenden Alexander Gauleiter und die jämmerliche Weidel, dann kann einem schon das Frühstück aus dem Gesicht fallen. Die derzeit einzige Antwort der CSU aber auf den Marsch der AfD auf Berlin, lautet, wir haben vor der Wahl zwar in der trüben rechten Brühe gefischt, aus der die AfD ihre Fans ans Licht gezerrt hat, aber um denen das Wasser (besser die Jauche) abzugraben, muss er nun die von ihm so bezeichnete „offene rechte Flanke“ abdecken. Wenn er mit solchen Spielchen nicht mal versehentlich in der Abdeckerei landen wird. Aber wir wissen ja alle, dass Seehofer schon immer gern seine Fühler nach rechts ausgestreckt hat, vor lauter Angst, jemand könnte ihm eine Neigung zum Sozialismus vorwerfen. Wobei, nationaler Sozialismus ist ja nun auch wieder nicht so übel, nä?

Die AfD wäre aber nicht die AfD, wenn sie nicht sofort nach der Wahl damit fortfahren würde, sich weiter selbst zu zerlegen. Und so verabschiedete sich Pauke Fretry mit Donnerhall aus einer Fraktion, die es noch garnicht gibt und verspricht den geil auf Neuigkeiten wartenden Medien, sie würde auf jeden Fall weiter Politik machen wollen. Unabhängig natürlich. Die versammelte Führerschaft der Alten Naiven für Deutschland vernahm´s mit sichtlicher Verblüffung und einen Moment, nur einen kurzen Moment, war der Herr Meuthen beinahe sprachlos. Zwar gibt er auch sonst meist nichts zum Besten, was irgendwie substanziell ist, aber immerhin fand er die Kraft weiter zu reden und nicht einfach die Klappe zu halten!

Doch die Wahlen brachten eine weitere Überraschung an den Tag. Auferstanden aus Urinen steht plötzlich die FDP wieder da. Vom Zombie zum Phönix in nur vier jahren. Und den 18% näher als jemals zuvor, möchte man meinen. Ob das alles mit Lindners neuem Toupet zusammen hängen könnte? So wie bei Samson und Delilah? Kaum sind die arbeitgeberfreundlichen Phrasen wieder en vogue, kann man sich leicht ausmalen, was dies für den Sozialstaat bedeuten dürfte, wenn die FDP mit ins Regierungsbett geholt wird. Und davon müssen wir nach allem, was wir derzeit wissen, wohl ausgehen. Aber wo soll das alles nur hin führen? Eine christdemokratische Union die neosozialdemokratische Politik zu machen vorgibt, bisweilen gebremst und dann wieder voran getrieben von einer christsozialen Union, die sich nun offensichtlich dem Nationalismus hinzugeben bereit ist, in der vagen Hoffnung, der AfD das braune Wasser abzugraben. Den Grünen, die nicht so genau wissen, ob sie noch Umwelt- oder schon eine konservative Mittelstandspartei sind. Und dann natürlich noch der FDP. Eben vom Tode auferstanden und nun, alles besserwissend (selbstredend) endlich eine Spur „Wirtschaftskompetenz“ in die Politik zu bringen.

Muddi ist will mit der SPD auch über eine Neuauflage der Kloalition reden, ob die nun will oder nicht! Vielleicht denkt sie aber auch nur, dass man manche Menschen einfach zu ihrem Glück zwingen muss und wenn das so ist, dann gilt das womöglich auch für Parteien? Ob der Wille der Wähler eine Rolle spielen wird, in der nächsten Legislaturperiode, ist so ungewiss, wie die Reaktionen Kim Jong Uns auf die angebotene Freundschaft Tronald Dumps.

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