Helmut Kohl ist tot!

Eine legendäre Figur ist von der politischen Bühne abgetreten, meldeten eben unisono die Nachrichtenagenturen und begannen sogleich mit den üblichen Lobpreisungen auf den Altkanzler, der nicht nur 16 Jahre lang das Geschick der Bundesrepublik als Kanzler lenkte, sondern auch dafür verantwortlich ist, dass Angela Merkel seit nunmehr 12 Jahren in seine Fußstapfen tritt.

Zweifellos hat er die Wiedervereinigung geschickt voran getrieben und mit zum Fall des Eisernen Vorhangs beigetragen. Aber wir dürfen tortz der vorgeschobenen Trauer nicht darüber hinweg sehen, dass er auch eine andere Seite hatte, eine dunkle Seite. Nicht alles, was er tat, war gut. Er stellte seine und der CDU Interessen über das Gesetz und vertrat die Ansicht, ein von ihm gegebenes „Ehrenwort“ an die anonymen Parteispender „seiner“ Union stehe über allem, vor allem aber über den Interessen der Bundesrepublik. Er war außerdem eine der Haupttriebkräfte bei der weitgehenden Beschneidung der Arbeitnehmerrechte in der Bundesrepublik und er verkündete großsspurig die geistig-moralische Wende, die vor allem für die „verwöhnten“ und übermütig gewordenen Arbeitnehmer gelten solle, deren unverschämte Wünsche auf ein von ihm als tolerierbares Maß zurück gestutzt werden mussten.

Während seiner Amtszeit wurden die Grundlagen für die Zerstörung des Sozialstaates gelegt, auf denen seine Nachfolger im Amt, egal ob von der SPD oder der CDU/CSU, aufbauten. !6 Lange und konservativ bestimmte, langweilige und nicht enden wollende Jahre, dauerte seine Amtszeit und selbst als sie endlich an ihrem Ende angekommen war, konnte er die Finger nicht ganz von der Macht lassen! Und weil das alles noch nict genug war, müssen wir uns heute damit arrangieren, dass Angela Merkel seine Politik des Abwartens und des Nichtstuns auf einer ganz neuen Ebene fortsetzt und soeben wimmernd im Fernsehen, während einer reise nach Rom sein Dahinscheidet beklagt!

Auch ich weiß, dass man Toten nichts schlechtes nachsagen soll. Aber man darf auch ihre Fehler nicht vergessen und die wiegen durchaus schwer! Andererseits – 87 Jahre sind ein schönes Alter. Irgend wann wird es Zeit, abzutreten. Er musste keine Not leiden, wie so viele andere Menschen in seinem Alter, um die sich keiner kümmert, in einer Welt der sozialen Kälte. Diese ist nicht zuletzt auch auf seine Vorarbeit zurück zu führen! Die „Freunde“ aus der Wirtschaft, die er, an sein vorgebliches Ehrenwort gebunden, nicht verraten hat, werden es ihm gedankt haben. Und nach dem Tod seiner Ehefrau Hannelore fand sich sogar noch ein deutlich jüngeres Mauerblümchen, die sich um ihn kümmerte und sich dabei zugleich auch in seinem Ruhm sonnen konnte. Auch sie dürfte finanziell profitiert haben. Aber so ist es ja auch dem guten alten Willy Brandt ergangen! Wenigstens in dieser Beziehung sind sie sich ähnlicher gewesen, als man zu ihrer politisch aktiven Zeit jemals vermutet hätte.

Dennoch wünsche ich Helmut Kohl, dass er in Frieden ruhen möge. Ob er mit seinem „Ehrenwort“ an der Backe Eingang ins Himmelreich finden wird, entscheidet sich an anderer Stelle!

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