Deutschlands Hartz-IV-Kinder

Uns geht´s so gut wie nie zuvor, wird die Regierung nicht müde zu behaupten und singt so schrill das Loblied auf den Kapitalismus, dass man in hohem Bogen sein Frühstück von vorgestern auskotzen möchte! 1,6 Millionen Kinder sind dauerhaft auf Hartz IV angewiesen und, das darf in diesem Zusammenhang nicht verschwiegen werden, ihre Eltern natürlich auch. Und was das bedeutet, kann nur jemand ermessen, der es selbst schon erlebt hat. Hartz IV! Ausgeschlossen aus der Gesellschaft, Diskriminiert und keine Spur von Teilhabe am sozialen und gesellschaftlichen, geschweige denn kulturellen Leben in diesem Lande. Alte Kleidung aus dem Container, Spielzeug vom Flohmarkt, „Nahrungsmittel“ aus dem Müll, äh von der Tafel! Medizinische Versorgung? Zahnärztliche Behandlung? Oft Fehlanzeige, denn wer soll das bezahlen? Aber wir wissen, in Wahrheit geht´s uns sehr gut. Im Vergleich mit den Ländern der Dritten Welt! Die Ansprüche sind einfach zu hoch. Und warum soll so ein Hartzer-Balg später einmal studieren, wenn´s ein Aushilfsjob bei McDoof auch tut. Jedenfalls so lang, wie der befristete Arbeitsvertrag läuft. Oder auch nicht, denn wer sagt, dass der Mindestlohn gezahlt wird, obwohl gesetzlich vorgeschrieben! Kontrolliert doch eh keiner…

Angesichts des Elends, das es im reichen Deutschland gibt, lenkt man lieber von den eigentlichen Ursachen ab und macht die Betroffenen selbst für ihre Situation verantwortlich. Das ist ja auch viel praktischer und man kann seine schmutzigen Pfoten in Unschuld waschen und behaupten:“Aber wir tun doch alles Menschenmögliche und soooo schlimm ist es jetzt doch nun wirklich nicht!“ Nein, man gibt den „von-der-Leyen-Pass“ an die Betroffenen heraus, den die vorzeigen müssen, wenn sie irgendwo einen Nachlass auf den Eintritt wollen – und dürfen sich so gleich mal als Habenichtse outen, die von der großen Gnade und der Großzügigkeit der Gesellschaft abhängig sind und anstatt zu meckern, lieber die Schnauze halten und sich um Arbeit bemühen sollten!

Blicken wir nach Amerika, genauer gesagt, in die Vereinigten Staaten von Amerika, dann sehen wir auch hier, wer die Zeche für egal was auch immer, bezahlen muss – die Armen. Hier wie dort, wird den Reichen alles in den Arsch geschoben, dass es eine wahre Pracht ist, wird die Wirtschaft mit Subventionen und Steuererleichterungen verwöhnt, wird auf den Umweltschutz geschissen und den Wünschen der Industrie in vorauseilendem Gehorsam Folge geleistet! Mehr Waffensysteme für das Militär wird mit der Kürzung von Sozialhilfe, Essensmarken und anderen Wohltaten bezahlt! Und wenn wir ganz ehrlich sind, dann wundern wir uns nicht die Bohne, warum immer mehr Menschen immer rechtere Parteien wählen. Sie wollen den „Etablierten“ einen Denkzettel verpassen. Dabei merken sie noch nicht einmal, dass ausgerechnet jene rechten, von denen sie sich die Rettung aus dem Elend erhoffen, genau diejenigen sind, die ihnen dann zur Belohnung auch noch den dürren Arsch aufreissen und ihnen ihr letztes bisschen Glauben an die Wirksamkeit von Demokratie und Wahlen in denselben hinein schieben! Andererseits, wundert es uns auch wieder nicht, denn die oft gepriesene „Bildungsrepublik“ Deutschland gibt es nicht! Marode Schulen, zu wenige Lehrer und zu viele Unterrichtsausfälle sprechen für sich. Bildung ist eben auch nur etwas für diejenigen, die sie sich leisten können!

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