Spionage unter Freunden, das geht garnicht! Oder doch?

Freunde spionieren sich nicht aus, sagte die Bundesmuddi einst mit beinahe tränenerstickter Stimme und gebeutelt von Verzweiflung über die Lauschmethoden der amerikanischen „Freunde“ in unserem Land und speziell in dem Fall des Abhörens von Muddis Handy. Erst die USA mit der NSA, dann der eigene Bundesnachrichtendienst, der in engster Zusammenarbeit mit den Amerikanern diesen die Drecksarbeit abnahm und Informationen zu allem lieferte, was diese Brüder in den gedeckten Anzügen so interessierte. Dabei gab es wohl nicht denhauc eines Zweifels an diesem Job. Keiner verschwendete sich auch nur einen verdammten Gedanken an Recht und gesetz. Man tat, was die amerikansichen Freunde verlangten und man tat es gründlich. In Deutschland, in Europa, überall wo Daten und Informationen gesammelt wurde, zu was auch immer, gab man diese weiter, als gäbe es kein Morgen!

Und jetzt die Schweizer? Andererseits, kann man die Schweiz mit ihrem Bankgeheimnis und in ihrer Eigenschaft als Fluchtpunkt steuerhinterziehender  Bundesbürger überhaupt als Freund bezeichnen? Jenes winzige Bergland, das nur deshalb wirtschaftlich floriert, weil es von den hinterzogenen Steurn profitiert, die geldgeile und eigennützige Bundesbürger und überhaupt irgendwo auf der Welt lebende Reiche, Unternehmer und Manager, Politiker und sonstiges Gesindel, kann auf eine lange Banktradition zurück blicken. Hier wurden Kartelle gegründet, Monopole geschmiedet und Diktaturen hofiert, weil es sich einfach als Geschäftsmodell lohnte. Dabei legte man größten Wert auf diskretion, versteht sich. Denn wenn jeder weiß, dass solche Flachzangen Terroristen und Drogenbarone ihre Vermögen mit der tätigen Hilfe von schweizer Banken Waschen, verwalten, verschieben und natürlich vor dem Zugriff der Steuerbehörden schützen, dann könnte das eventuell ein schlechtes Licht auf die edle Eidgenossenschaft werfen. Das ging natürlich garnicht. Als aber benachbarte Staaten wie die Bundesrepublik Deutschland den Versuch unternahmen, die Schweiz von der profitablen Zusammenarbeit mit Drogenkartellen, Terroristen und Steurhinterziehern abzubringen, bissen sie auf den schweizer Granit, aus dem dieses kleine Land zu einem Großteil besteht.

Natürlich streitet die Schweiz ab, irgend etwas mit unlauteren Bankkunden am Hut zu haben. Aber damit ließ sie es dann auch schon bewenden. Also zogen die deutschen Finanzbehörden aus, die Informationen von ebensolchen kriminellen Elementen zu besorgen, die sich in der Schweiz ein für sie recht einträgliches Geschäftsmodell ausgedacht hatten, dass darin bestand, Daten von Banken zu stehlen und sie dann an die Staaten zu verhökern, aus denen die Kunden stammten. Ein sehr einträgliches Geschäft für beide Seiten. Nur nicht für die Schweiz, die ihren Ruf als sicherer Hafen für unlauter erworbene Vermögen langsam aber sicher einzubüßen begann.

Bedauerlicherweise scheint es nämlich nicht so zu sein, dass ein verwöhntes Land wie die kleine putzige Schweiz ihren Wohlstand nicht würde halten können, wenn sie auf Bankgeschäfte mit Gaunern und Kriminellen verzichtete und sich mit der Produktion und dem Handel mit Schoki aus guter Alpenmilch und dem Bau von Armbanduhren begnügte. Vermutlich kam deshalb jemand auf den Trichter, heraus zu finden, wer in Deutschland eigentlich immer so penetrant versuchte die Bankdaten aus der Schweiz zu erlangen und vor allem, wer in der Schweiz – verdammt nochmal – die Daten lieferte!

Nun kommt es den konservativen Hurra-Patrioten aus dem Berner Oberland arg ungelegen, dass sich der Blödmann vom Geheimdienst so dämlich angestellt hatte, dass man ihn prompt erwischte. Also tut man so, als sei es einem Wurscht. Was sollte man auch sonst tun. Aber es wirft doch ein bezeichnendes Licht auf uns und unsere engen nachbarn und vermeintlichen Freunde. Denn eines ist gewiss – wer solche Freunde hat, der braucht keine Feinde!

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